Bäume vs. Radweg?

B96 mit Bäumen und vorbeifahrendem Verkehr

Es gibt Entscheidungen, die fallen uns leicht. Die Frage, ob wir einen Geh- und Radweg entlang der B96 bauen sollen, fällt mir nicht leicht. Denn ich möchte keine Straßen mehr (aus-)bauen. Aus ökologischen Gründen sollten wir andere Wege finden – unserer Natur und dem Klima zuliebe.

Trotzdem werde ich der vorliegenden Beschlussvorlage Planungsbeteiligung Ausbau B96 (BV-Nr.054-26.pdf) voraussichtlich zustimmen.

Als Naturschützerin weiß ich, wie schlecht die Versiegelung von Flächen ist. Ich weiß, dass größere Straßen nur noch mehr Verkehr bedeuten, während wir unbedingt weniger bräuchten. Ich weiß, wie wichtig Bäume für die Biodiversität, den Hitzeschutz und das Mikroklima in der Stadt sind. Ich weiß, dass wir 100-Jahre alte Bäume nicht einfach durch Ersatzpflanzungen ersetzen können. Auch wenn das rechtlich alles legitim ist.

Gleichzeitig weiß ich als Stadtverordnete, als Mutter und als Radfahrerin, wie dringend wir diesen barrierearmen Weg von der Innenstadt zu den Einkaufsmöglichkeiten und den Anschluss an die Radwege Richtung Rangsdorf und Neuhof benötigen. Ich weiß, dass viele Kinder den derzeit unzumutbaren Gehweg als Schulweg nutzen müssen. Ich weiß, dass geh-eingeschränkte Menschen dringend einen Geh- und Radweg-Ausbau brauchen. Und ich weiß, beim Blick auf die städtischen Finanzen, wenn wir jetzt nicht die Fördermittel nutzen, hat die Stadt in den nächsten Jahren nicht die finanziellen Ressourcen, diesen Geh- und Radweg zu bauen.

Deshalb haben wir als Fraktion SPD-B90/Grüne-Linke einen Änderungsantrag gestellt, der die Verwaltung beauftragt, den Schutz der Bäume mit dem Landesbetrieb Straßen neu zu verhandeln – und gleichzeitig ein ausdrückliches Ja zum Rad- und Gehwegausbau darstellt und die Übernahme der Kosten in der Planungsbeteiligung beschließt.

Denn wir sollten nicht über Radwege vs. Bäume entscheiden müssen. Wir brauchen beides und wir werden uns weiterhin für eine Lösung einsetzen.

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